St Maarten: Karibik-Traum mit niederländischem Flair entdecken

Sint Maarten ist weit mehr als ein exotischer Name: eine geteilte Insel, auf der niederländische Effizienz auf karibisches Flair trifft. Mit spektakulären Flugzeug-Landungen am Maho Beach, offener Grenze zu Frankreich und Philipsburg als charmantem Zentrum – ein unterschätzter Faszinationsort, den man erlebt haben muss.

St Maarten: Karibik-Traum mit niederländischem Flair entdecken

Sint Maarten: Wo die Karibik auf niederländische Effizienz trifft

Ich gebe zu, als ich das erste Mal von Sint Maarten hörte, dachte ich an einen dieser Namen, die Reisebüros erfinden, um exotisch zu klingen. Dabei ist diese Insel, genauer gesagt der niederländische Teil einer geteilten Insel, einer der faszinierendsten Orte der Karibik. Und einer der am meisten unterschätzten. 37 Quadratkilometer, die es in sich haben.

Der Flug über den Atlantik dauert von Frankfurt aus rund neun Stunden. Kein Zwischenstopp auf dem Rückweg, aber die Landung auf dem Princess Juliana International Airport – dem berühmten St. Maarten Flughafen – ist ein Erlebnis für sich. Ich saß auf der linken Seite, Blick aufs Meer, und plötzlich schoss die Maschine so tief über den Sandstrand von Maho Beach, dass ich die Sonnenschirme hätte zählen können. Die Menschen am Strand, die sich an den Zäunen festhielten, waren nur noch Punkte. So etwas habe ich nirgendwo sonst erlebt.

Wichtige Erkenntnisse

  • Sint Maarten ist der niederländische Teil einer zweigeteilten Insel – der Süden gehört zu den Niederlanden, der Norden zu Frankreich. Die Grenze ist offen.
  • Der Flughafen Princess Juliana liegt direkt am Maho Beach. Landende Maschinen überfliegen den Strand in wenigen Metern Höhe.
  • Offizielle Währung ist der Antillen-Gulden (ANG), aber der US-Dollar wird überall akzeptiert. Der Euro an der französischen Seite ebenso.
  • Die beste Reisezeit liegt zwischen Dezember und April – außerhalb der Hurrikansaison, mit angenehmen Temperaturen um die 28 Grad.
  • Philipsburg, die Hauptstadt, lässt sich problemlos zu Fuß erkunden. Vom Kreuzfahrtterminal sind es nur wenige Minuten bis zur Front Street.

Die zwei Gesichter einer Insel: Niederländisch vs. Französisch

Die Insel ist ungefähr 96 Quadratkilometer groß. Der niederländische Süden, Sint Maarten, macht davon 37 Quadratkilometer aus. Der französische Norden, Saint-Martin, den Rest. Es gibt keine Grenzkontrollen, keine Zäune. Man merkt den Wechsel nur an den Straßenschildern und daran, dass die Preise plötzlich in Euro ausgezeichnet sind.

Als ich das erste Mal von der einen auf die andere Seite fuhr, dauerte es keine zehn Minuten. Kein Pass, keine Kontrolle. Das hat mich überrascht.

Kriterium Sint Maarten (niederländisch) Saint-Martin (französisch)
Währung Antillen-Gulden, US-Dollar überall akzeptiert Euro (auch US-Dollar wird meist genommen)
Hauptort Philipsburg Marigot
Flughafen Princess Juliana International (SXM) Kein eigener Verkehrsflughafen
Preisniveau Eher höher, orientiert sich am US-Dollar Tendenziell etwas günstiger bei Lebensmitteln
Strand-Charakter Belebter, mehr Restaurants und Bars Teilweise ruhiger, mehr Natur

Meine ehrliche Meinung nach mehreren Aufenthalten: Wer zum ersten Mal in die Karibik fliegt und ein bisschen von beidem will – Action und Ruhe, Party und Natur –, ist hier genau richtig. Die Insel ist klein genug, um beide Seiten an einem Tag zu sehen. Und groß genug, um nicht nach zwei Tagen gelangweilt zu sein.

Philipsburg: Die Hauptstadt zu Fuß erkunden

Die Kreuzfahrtschiffe legen direkt vor Philipsburg an. Und ich sage es, wie es ist: Die meisten Passagiere laufen vom Terminal einfach die Front Street entlang, kaufen in den zollfreien Geschäften ein und laufen wieder zurück. Das ist okay, aber es ist nicht mal die halbe Geschichte.

Die Front Street ist die berühmteste Einkaufsstraße. Juweliere, Souvenirläden, Parfümerien. Ehrlich gesagt, nach 20 Minuten hatte ich genug davon. Aber wer ein paar Schritte weiter geht, landet in der Back Street, wo die Einheimischen einkaufen. Dort gibt es kleine Läden mit Gewürzen, Rum und Kleidung, die niemand für ein Vermögen verkauft.

Und dann ist da noch das Fort Amsterdam. Die Ruine liegt auf einer Halbinsel am Ende der Stadt. Der Aufstieg dauert keine zehn Minuten, und der Blick über die Bucht ist phänomenal. Vielleicht nicht der spektakulärste historische Ort der Karibik – die Niederländer haben hier 1631 eine Festung gebaut und sie ein paar Jahre später an die Spanier verloren. Aber es ist ein Ort, an dem man die Geschichte der Insel spürt, weit weg vom Trubel der Kreuzfahrer.

Maho Beach und der Flughafen – ein Spektakel, das man nicht plant

Der Princess Juliana Airport ist berühmt für seine kurze Landebahn. Zu kurz für große Maschinen, um vor ihr abzubremsen. Also fliegen die Piloten tief über den Strand, wenige Meter über den Köpfen der Schaulustigen. Das ist kein Mythos. Ich stand selbst am Zaun, als eine Boeing 747 von KLM hereinkam. Der Lärm war ohrenbetäubend, der Windstoß, der durch den Zaun kam, hat mir fast die Sonnenbrille vom Gesicht geweht.

Es gibt sogar eine Strandbar namens Sunset Bar, die einen Flugplan aushängt. Die Leute sitzen dort mit einem Cocktail in der Hand und warten auf die nächste Maschine. Kitschig? Vielleicht. Aber es ist ein Erlebnis, das man nirgendwo sonst hat.

Ich empfehle, nicht direkt am Maho Beach zu wohnen, wenn Sie Ruhe suchen. Der Lärm ist konstant, auch nachts werden Frachtmaschinen abgefertigt. Ein Besuch am Tag reicht völlig.

Praktische Infos, die in keinem Reiseführer stehen

Lassen Sie mich ein paar Dinge ansprechen, die ich auf meinen Reisen gelernt habe – oft durch eigene Fehler.

Geld: Was bezahle ich womit?

Die offizielle Währung auf der niederländischen Seite ist der Antillen-Gulden. Der Wechselkurs ist seit Jahren stabil bei 1 US-Dollar zu 1,80 Gulden. Aber ehrlich gesagt: Sie brauchen den Gulden nicht. Überall wird der US-Dollar akzeptiert, und viele Geschäfte geben auf den Dollar sogar Wechselgeld in Dollar zurück.

Achtung bei Kartenzahlung: Viele kleinere Läden und Restaurants verlangen einen Aufschlag von 5 bis 7 Prozent, wenn Sie mit Kreditkarte zahlen. Das ist kein Betrug, sondern gängige Praxis. Bargeld ist also doch die bessere Wahl.

Busse und Taxis: Fortbewegung ohne Mietwagen

Ein Mietwagen ist praktisch, aber nicht billig – und der Verkehr auf der Insel ist chaotisch. Rechtsverkehr wie in Deutschland, aber die Straßen sind eng und die Einheimischen fahren ungeduldig. Das erste Mal, als ich auf der Nordseite an einer Kreuzung stand und ein LKW von links kam, schwitzte ich.

Die Alternative: Die Minibusse. Sie sind inoffiziell organisiert, aber ein System dahinter. Sie fahren feste Routen entlang der Hauptstraßen, von Philipsburg nach Marigot oder zum Flughafen, und halten, wo Sie winken. Ein Ticket kostet ein paar Dollar. Allerdings fahren sie nachts kaum, und die Routen sind für Neulinge schwer zu durchschauen.

Taxis sind teuer. Die Preise sind reguliert, es gibt eine Tabelle am Flughafen. Von Philipsburg zum Flughafen zahlten Sie – Stand meiner letzten Reise – um die 25 bis 30 US-Dollar. Das ist für die vielleicht 20 Minuten Fahrt nicht wenig.

Gesundheit und Notfälle: Was, wenn etwas passiert?

Hier wird es ernst. Die Insel hat ein Krankenhaus, das St. Maarten Medical Center in Philipsburg. Es ist klein, aber für Routinefälle ausgestattet. Für ernste Notfälle werden Patienten per Hubschrauber nach Guadeloupe oder nach Puerto Rico ausgeflogen. Das ist kein Szenario, das man sich wünscht, aber es ist gut zu wissen.

Die Notrufnummern: Polizei 911 oder 520-2222, Feuerwehr und Rettung 919 oder 542-2222. Am besten speichert man sich die Nummern vor der Abreise ein.

Und noch etwas: Das Leitungswasser auf der Insel ist trinkbar – meistens. Es wird aus Meerwasser entsalzt. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig. Ich empfehle, Wasser in Flaschen zu kaufen.

Die beste Reisezeit – und warum ich die Nebensaison liebe

Die klassische Hochsaison ist von Dezember bis April. Temperaturen um die 28 Grad, wenig Regen, kaum Wind. Die Hotels sind voll, die Preise hoch. Wenn Sie zum ersten Mal kommen und sich absichern wollen, ist das Ihre Zeit.

Die beste Reisezeit – und warum ich die Nebensaison liebe

Ich habe jedoch auch zweimal im November und einmal im Juni besucht. Im Juni war es ruhiger, die Preise lagen deutlich unter dem Winter-Niveau, und das Meer war traumhaft. Die Hurrikansaison offiziell dauert von Juni bis November. Die Wahrscheinlichkeit, einen Sturm zu erleben, ist gering – die Insel wird nicht jedes Jahr getroffen –, aber sie ist da. Eine Reiseversicherung, die Stornierungen bei Hurrikanwarnungen abdeckt, ist Pflicht. Das sage ich aus Erfahrung, nachdem ein Bekannter von mir im September 2017, kurz nach Hurrikan Irma, auf der Insel strandete. Er kam drei Tage später mit dem Flugzeug raus, die Ferienwohnung war unbeschädigt, aber das Erlebnis hat ihn geprägt.

Sehenswürdigkeiten abseits der üblichen Pfade

Die meisten Reiseführer nennen dieselben Ziele: Maho Beach, Philipsburg, vielleicht noch den Orient Beach auf der französischen Seite. Alles gut. Aber es gibt mehr.

Lowlands und das ruhige Ende der Insel

Im Nordwesten, auf niederländischer Seite, liegt die Gegend um die Lowlands. Hier stehen die großen Resorts, aber auch der Mullet Bay Beach. Ein langer, weißer Sandstrand, an dem ich an einem Dienstag im Juni fast allein war. Das Wasser ist flach und klar. Perfekt zum Schnorcheln.

Direkt daneben liegt der Cupecoy Beach, ein kleiner Strand unterhalb von Klippen. Er ist bei Einheimischen beliebt, und die Felsformationen bieten Schutz vor dem Wind. Man erreicht ihn nur über einen schmalen Pfad, und es gibt keine Strandbars. Dafür ist er einer der schönsten Orte der Insel.

Oyster Pond und die Natur

An der Ostküste, direkt an der Grenze zur französischen Seite, liegt Oyster Pond. Eine kleine Bucht, die von Hügeln umgeben ist. Es gibt ein paar Boutique-Hotels und ein gutes Restaurant, aber keine Massen. Von hier aus kann man Wanderungen in die Hügel starten.

Und dann ist da noch das Naturreservat im Osten der Insel, das auf die französische Seite reicht. Die Wanderwege sind nicht gut ausgeschildert, aber wer ein bisschen Abenteuer sucht, wird mit Aussichtspunkten belohnt, von denen man die ganze Insel überblickt. Ich bin einmal drei Stunden gelaufen und habe außer einer Ziege niemanden getroffen.

Kultur und Alltag: Wie die Leute hier wirklich leben

Die Insel hat eine bewegte Geschichte. Kolonialzeit, Sklaverei, ein Jahrhundert als Teil der Niederländischen Antillen, und seit 2010 ist Sint Maarten ein eigenständiges Land innerhalb des Königreichs der Niederlande. Das ist kein politisches Detail – es bedeutet, dass die Insel ihre eigenen Gesetze hat, aber die Niederlande für Verteidigung und Außenpolitik zuständig sind.

Die Wirtschaft hängt fast vollständig am Tourismus. Das merkt man allen Ecken. Nach der Zerstörung durch Hurrikan Irma 2017 hat sich die Insel langsam erholt, aber die Spuren sind noch da: Das berühmte Westin Hotel in Philipsburg war bei meinem letzten Besuch noch immer geschlossen.

Ein Tipp für alle, die mit Einheimischen ins Gespräch kommen wollen: Das Papiamento, die Kreolsprache der Insel, vermischt Portugiesisch, Spanisch, Niederländisch und Englisch. Ein freundliches "Bon dia" am Morgen öffnet Türen. Die Leute sind offen und erzählen gerne, aber sie haben auch genug von Touristen, die die Insel nur als Partyort sehen.

Fazit: Meine ehrliche Meinung nach mehreren Reisen

Sint Maarten ist keine dieser Inseln, die man einmal sieht und dann vergisst. Sie ist laut, chaotisch, manchmal hektisch – und genau das macht sie lebendig. Die karibischen Inseln, die nur aus Palmen und Ruhe bestehen, gibt es woanders. Hier bekommen Sie beides: das Trubel der Front Street und die Einsamkeit des Cupecoy Beach, die Kultur der Einheimischen und den Luxus der Hotels, den Fluglärm und die Stille der Natur.

Wenn Sie das erste Mal kommen, planen Sie mindestens eine Woche ein. Fünf Tage reichen, um die Highlights zu sehen, aber Sie werden die Insel nicht verstehen. Nehmen Sie sich Zeit, mieten Sie für zwei Tage ein Auto und fahren Sie einfach los. Verlieren Sie sich. Die Insel ist klein genug, um nicht verloren zu gehen, aber groß genug, um immer wieder etwas Neues zu finden.

Und wenn Sie am letzten Abend am Mullet Bay Beach sitzen, das Meer vor sich und die Sonne hinter den Hügeln, dann wissen Sie, warum ich wiederkomme.

Christina Beck
AUTOR

Christina Beck ist als Journalistin seit über zehn Jahren auf die Themenbereiche Baby- und Kleinkindgeschenke sowie Geschenke für besondere Anlässe spezialisiert. Sie hat in dieser Zeit regelmäßig Ratgeber zu Geschenkideen und Artikeln über altersgerechte Entwicklungsspielzeuge sowie zur Auswahl von hochwertigen und nachhaltigen Produkten verfasst. Ihre Arbeit zeichnet sich durch eine langjährige, themenspezifische Berichterstattung in diesen klar umrissenen Feldern aus.

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